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Corona Diary22Schulschließungen aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie - Ein Einblick in die  Auswirkungen auf die Werner-von-Siemens-Schule,

Teil 2: Die Abschlussklassen sind da - fleißige Pauker in ungewöhnlichen Zeiten

Es kam anders, als wir alle dachten. Eigentlich sollte die schrittweise Öffnung der Schulen mit den Abschlussklassen und den vierten Klassen der Grundschule am 27. April beginnen. Mitten in den Planungen für den Wiedereinstieg der Viertklässler kam die Nachricht über eine Klage einer Schülerin und die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes: „Der Unterricht für Hessens Viertklässler bleibt vorerst ausgesetzt“. Für alle Betroffenen, Schüler, Lehrer und Eltern ein großer Schock. Alle Planungen wurden wieder über den Haufen geworfen - weiter geht es auch für die vierten Klassen mit „Homeschooling“.

Für die Werner-von-Siemens-Schule bedeutete das Urteil aber nicht, dass die Schule weiterhin leer blieb - unsere Abschlussklassen 9Ha, 9Hb, 10Ra und 10Rb kamen wie geplant am 27. April in den angepassten Präsenzunterricht.

Doch ungewöhnliche Zeiten erfordern auch ungewöhnliche Maßnahmen. Die „Großen“ gehen ja schon lange genug auf die Werner- von- Siemens- Schule. Aber „Corona- Unterricht“ kannte bis dahin keiner. Alle mussten sich schnell umgewöhnen. Konnte man doch früher ganz normal zu seinem Klassenraum gehen, so muss man heute wie in Grundschulzeiten auf dem Pausenhof warten bis man vom Lehrer abgeholt wird. Und auch der Weg zum Klassenraum ist nicht mehr ganz so wie früher: Im „Entenmarsch“, mit ausreichend Abstand von 1,5 Metern, geht es für die Abschlussklassen in neu strukturierte Räume. Für die Sichtbarkeit des gebotenen Abstands wurde der Boden der gesamten Flure und des Schulhofes markiert. Überall finden sich Klebestreifen oder Sprühpunkte. In den Räumen angekommen, finden die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen keinen Sitznachbarn, sondern Einzelsitzplätze. Die zehnten Klassen wurden außerdem in zwei Gruppen geteilt, damit der Abstand in den Räumen gewahrt werden kann. Haben sich alle der Reihe nach hingesetzt, muss einer nach dem anderen zum Waschbecken gehen und gründlich Hände waschen. Bis der Unterricht beginnen kann, vergeht einige Zeit und es erfordert unglaubliche Disziplin, die die Schülerinnen und Schüler sehr gut einhalten.

Und auch im Unterricht selbst ist es vieles anders geworden. Mit nur wenigen Mitschülern fällt das Konzentrieren dabei aber oft ganz leicht. Gepaukt werden hauptsächlich Mathematik, Deutsch und Englisch zur Vorbereitung auf die Zentralen Abschlussprüfungen Ende Mai. Fleißig arbeiten alle daran, diese so gut wie möglich zu meistern.

Für alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 9, die weiterhin zuhause ihre Aufgaben erledigen, wurde eine feste Materialausgabe installiert. Alle Klassen, deren Lehrkräfte Materialpakete kopiert haben, bekamen einen festen Zeitraum in der Woche, indem sie sich neue Aufgaben abholen und Bearbeitetes abgeben. Der Materialaustausch findet vor der Schule statt und funktioniert reibungslos. Lehrer, Schüler und Eltern loben dabei die Organisation.

Die Digitalisierung läuft währenddessen auf Hochtouren. Es wird im Hintergrund jede Menge gearbeitet und initiiert, sodass die Schülerinnen und Schüler einen erweiterten und digitalen Materialpool an Apps und Programmen nutzen können. Der Austausch von Unterrichts-material funktioniert somit auch online über „Dropbox“ oder „Microsoft One Drive“. Videochats mit den Schülern werden über „Jitsi-Meet“ geführt. Digitale Lernplattformen und Apps, die von der Schule und der Schülerschaft genutzt werden, sind beispielsweise die „Anton-App“ oder „Snapped“ und „Edu-Pool“. Auch die Lehrerinnen und Lehrer an der Werner-von-Siemens-Schule nutzen die vielfältigen Angebote zu internen Absprachen und Videokonferenzen, wie zum Beispiel über Microsoft Teams. 

Die Notbetreuung findet weiterhin statt. Anträge auf einen Platz in der Notbetreuung werden geprüft, mit Eltern kommuniziert, mit dem SC Budokan wegen Ganztagskindern koordiniert. Ein Einsatzplan für die Lehrer wird wöchentlich neu erstellt, um auf kurzfristige Änderungen eingehen zu können. Viele Lehrerinnen und Lehrer stehen dabei als Reserve parat, sollte die Anzahl der Kinder steigen und eine weitere Gruppe kurzfristig eröffnet werden müssen. Eine logistische Herausforderung - die Kinder gehen gerne in die Notbetreuung. Hier dürfen sie spielen, basteln, bauen, auf dem Schulhof toben und am PC arbeiten.

Am 18. Mai kommen nun dann auch endlich die Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen und der Sekundarstufe zurück. Die Vorbereitungen für die schrittweise Rückkehr waren groß, aber alle Beteiligten freuen sich sehr!

Es bleibt spannend! Mehr dazu in Teil 3…

[Textvorlage: Karina Ecke und Laura Gutgesell] 

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