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Kinder der vierten Klasse in der noch leeren Pause beim FrühstückenSchulschließungen aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie - Ein Einblick in die  Auswirkungen auf die Werner-von-Siemens-Schule,

Teil 3: Abschlussklassen, weitere Schulöffnungen und ein „eigenartiger Alltag“

Endlich kehrt wieder etwas Leben in den Schulalltag…

Es ist der 18.05.2020 und für viele Schülerinnen und Schüler der Startpunkt in eine „neue“ Normalität. Seit Bekanntgabe der Wiederaufnahme des Unterrichts für die Klassen 5 bis 10 ist es wieder voller geworden in der Werner-von-Siemens-Schule. Jetzt heißt es wieder „ab in die Schule“. Doch nichts ist genauso wie vorher. „Normal“ ist das Lernen in der Schule nicht.

Jede Klasse wird in zwei Gruppen geteilt, um die Hygiene- und Abstandsstandards zu erfüllen. Nur an zwei Tagen in der Woche werden sie unterrichtet und das meist in einem anderen Klassenraum als der gewohnte. Jetzt werden keine Fragen wie „Darf ich neben meinem besten Freund sitzen?“ gestellt. Jeder Stuhl muss im Abstand von 1,5 Meter zu dem nächsten stehen. Neue Situationen erfordern neue Maßnahmen. Wie bereits die Abschlussklassen der Sekundarstufe, die sich mittlerweile einigermaßen an den Ausnahmezustand gewöhnt haben, heißt es „Gänsemarsch“, Abstand, Mundschutz, Händewaschen, Regeln über Regeln.

Auch die Pausen sind anders. Man wird wieder auf den Pausenhof begleitet, es wird dabei sehr genau auf den Abstand geachtet und auch nach der Pause wird man wieder abgeholt - wie früher, als man „klein“ war. Essen darf man nur noch draußen und ein Kioskbetrieb gibt es zurzeit nicht.

Es gibt auf allen Etagen während der Unterrichtszeit Etagenaufsichten, die die Abstandsregeln und Toilettengänge der Schülerinnen und Schüler während der Unterrichtszeit beaufsichtigen.

Mit sehr vielen Einschränkungen sehen sich die Schüler an den einzelnen Tagen, an denen sie die Schule besuchen, konfrontiert. Aber die Lehrergemeinschaft ist sich einig: Das machen alle super!

Für die Abschlussklassen der Werner-von-Siemens-Schule hieß es ab dem 25.05.2020 dann volle Konzentration auf die Prüfungen - verschwitzte Hände, Bauchkribbeln, Nerven unter Hochspannung. Eigentlich wie jedes Jahr, aber so war in diesem Jahr doch alles anders. Geschrieben wurde nicht wie sonst mit der kompletten Klasse, sondern in Kleingruppen, die schon länger zusammen unterrichtet wurden. In dieser Zeit gab es viele „Viel Glück“- Rufe anstatt der gegenseitigen Umarmung. Aber auch das konnte die Abschlussklassen nicht abschrecken. Voller Motivation und sehr gut vorbereitet legten sie an drei Tagen ihre Prüfungen in Mathematik, Deutsch und Englisch ab!

Mit deutlich größerem Stundenumfang durften auch die Viertklässler der Werner-von-Siemens-Schule ab dem 18.05.2020 wieder ins überaus durchgeregelte Schulleben starten. Aufgrund der Entscheidungen aus dem Kultusministerium hatten sie zwei Wochen lang täglich vier Stunden Unterricht. Wie alle anderen Klassen, wurden auch sie in zwei Gruppen eingeteilt und in zwei verschiedenen Räumen unterrichtet - parallel im Wechsel von ihrer Klassenlehrerin und einer Fachlehrerin. In den Pausen konnten sie ihre Freunde aus der anderen Gruppe sehen und hielten auch hier sehr gewissenhaft den Abstand auf den Sprühpunkten, die auf dem ganzen Schulhof „abstandskonform“ aufgesprüht sind, ein. Die Schultage wurden ausgiebig genutzt, um die letzte gemeinsame Zeit mit der Klassenlehrerin und den Freunden der Grundschule ausgiebig zu verbringen. Alle sind sehr traurig und niedergeschlagen, dass das Schuljahr und die Grundschulzeit mit all den Regeln und Verboten enden muss.

Auch die Notbetreuung läuft weiter. Der Einsatzplan für die Lehrkräfte, der zuvor wöchentlich gewechselt hat, wurde zu einem festen Plan für die letzten Wochen des Schuljahres. Die Notbetreuung wurde von einigen weiteren Kindern in Anspruch genommen. Ergänzt wurde die Notbetreuung vom Angebot des Trägervereins der Mittagsbetreuung, des SC Budokan, der angemeldet Kinder im Regenbogenhaus betreute. Im Raum der Notbetreuung gab es für die Kinder freitags in der 6. Stunde, als Start in das Wochenende, immer eine Folge der „Sendung mit der Maus“.

Am 02. Juni, nach peniblen Vorbereitungen und Organisationen, kamen dann auch endlich die Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 3 für insgesamt 6 Stunden in der Woche in den Unterricht - auch hier mussten sich die Kinder an eine „neue“ Normalität gewöhnen. Nach einem ausgeklügelten Plan erhielten die Schülerinnen und Schüler der 1. bis 4. Klasse, geteilt in zwei Gruppen, in zwei verschiedenen Räumen, an zwei verschiedenen Tagen in der Woche, versetzt für je 3 Stunden Präsenzunterricht. 

Für die „Kleinen“ der Werner-von-Siemens-Schule eine große Umstellung und eine noch größere Herausforderung, die sie hervorragend meistern!Ihre Lehrerinnen und Lehrer geben dafür ihr Möglichstes, die vielen Regeln und Verbote kindgerecht zu vermitteln: Das Einhalten von Abständen wird durch Spielen mit 1,60 Meter langen Poolnudeln geübt, oder durch Hüpfen im Gänsemarsch auf den Abstandspunkten im ganzen Schulgelände. Grundschulintern haben sich alle auf „Corona-Regeln“ geeinigt, die mit bunten Bildern und Symbolen in allen Klassenräumen aufgehängt wurden. Der fehlende Sitznachbar an den Tischen wurde durch ein „galaktisches Monsterchen“ ausgetauscht, das die Kinder zuvor im Homeschooling gestaltet haben.

Im Präsenzunterricht selbst verbrachten die Klassen besonders zu Beginn viel Zeit damit, das Erlebte in Gesprächen zu verarbeiten. Alle Kinder sind froh, wieder in die Schule gehen zu können, ihre Freunde und Lehrer zu sehen und nicht mehr nur zuhause zu lernen. Eine Schülerin der 3. Klasse drückte die Stimmung nach dem ersten Tag im Präsenzunterricht treffend wie folgt aus: „Ich habe mich so gemeinschaftlich gefühlt!“.

Damit die Kinder die Schule in der Zwischenzeit nicht allzu sehr vermissen, gibt es seit den Osterferien auch eine Schulzeitung, das „Siemens-Wochenblatt“. Das Siemens-Wochenblatt ist eine Schülerzeitung mit vielen spannenden Berichten der Schülerinnen und Schüler aus ihrer Corona-Zeit. Denn auch wenn sich die Kinder nicht sehen konnten, so konnten sie zumindest voneinander lesen und erfahren, was ihre Freunde den ganzen Tag so machen. Auch wenn die Schule so langsam wieder ihre Türen öffnet, soll das „Siemens-Wochenblatt“ ein fester Bestandteil der Schule bleiben. Immer wieder senden Schülerinnen und Schüler eigene Berichte, tolle Rezepte oder Bastelanleitungen an die Zeitung und zeigen so, dass sie unsere Schule mitgestalten und zur Werner-von-Siemens-Gemeinschaft dazu gehören.

[Textvorlage: Laura Gutgesell und Karina Ecke]

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